Wichtig, aber auch neu, war und ist uns hier, dass wir uns mit so vielen Lebensmitteln wie möglich selbst versorgen können. Also haben wir es erst mal mit einigen Tieren als Fleischlieferant versucht. Wir hatten Enten, doch unseren Kindern schmeckten diese nicht und sie nur züchten zum verkaufen war unrentabel. Also haben wir die Enten wieder abgeschafft.

enten

Auch hatten wir Hasen. Es waren mal um die 100 Stück. Doch der Aufwand und die Futterkosten standen nicht in Relation zum Ergebnis. Zudem fanden wir keine gute Rasse. Die Hasen wuchsen viel zu langsam, selbst mit Zusatzfutter, welches hier in Paraguay wirklich sehr teuer ist. Also haben wir die auch langsam wieder abgebaut. Wir werden wohl mal wieder bei Gelegenheit welche kaufen und ein paar wenige nur züchten, da uns allen Hasenfleisch einfach sehr gut schmeckt.

hasen

Eine ganze Kühltruhe voll Rindfleisch hatten wir auch schon von einer unserer Kühe, die wir geschlachtet haben. Es dauerte fast ein Jahr, bis wir das letzte Stückchen Fleisch verspeist hatten.

rinder

Letztes Jahr haben wir uns dann Schafe angeschafft.

schafe

Die Lämmer die schon auf die Welt kamen und noch kommen, sind ebenfalls zum Verzehr gedacht. Das erste Lamm wird noch vor Weihnachten geschlachtet. Das ist natürlich immer so eine Sache, wenn man Tiere züchtet um sie zu essen. Man darf sich nicht zu sehr mit ihnen anfreunden sonst hat man keine Freude am Essen. Auch das Töten und Schlachten der Tiere muss man fertig bringen und können. Die Tiere sollen ja nicht leiden. Unsere Tiere haben auf jeden Fall ein schönes Leben und werden nicht umher gefahren bis sie am Stress sterben, oder im vollgestopften Wagen totgetrampelt werden u.ä. So können wir mit Genuss unser Fleisch von gesunden und natürlich gehaltenen Tieren essen.

Auch unsere Hühner sind „glückliche“ Hühner. Die eigenen Eier schmecken einfach herrlich, da weiß man, was man hat. Manchmal sind es weniger Eier, manchmal mehr, aber dann bekommen eben die Nachbarn oder Freunde welche ab. Hier und da gibt es nach dem aussortieren der alten Hühner mal ein gutes Suppenhuhn oder auch mal ein Hähnchen, denn mehr als einen Gockel braucht man nicht im Hühnerhof.

hühnerstallhühnereier

Außerdem haben wir auch noch Wachteln, aber nur der Eier wegen. Die sind wirklich eine Delikatesse und eine Bereicherung unseres Frühstücks am Wochenende.

wachteleier

Vor zwei Jahren haben wir dann mit einem richtigen Gemüsegarten angefangen. Es ist herrlich das eigene Obst und Gemüse, Kräuter und Tee ernten zu können.

basilikum zitronengrascedron peterlepfefferminze aloe

Jeden morgen koche ich 2 Liter von unserem heiß geliebten Cedron Paraguay. In Europa auch als Vervein bekannt. Den trinken wir zum Frühstück heiß und den Rest abgekühlt über den Tag verteilt.

cedron paraguay

Manchmal ist mein Mann schon auch gefrustet, weil irgendwelche vichos (Ungeziefer) oder zu viel bzw. zu wenig Regen die Ernte beeinträchtigen oder vernichten. Gerade jetzt ist wieder eine gute Wachstumszeit, klar es ist Frühling! Nun ist er wieder etwas optimistischer, dass sich die viele Arbeit doch ab und zu auch lohnt. Zur Zeit gibt es Kohlrabi, Gelbe Rüben, Rote Beete, Fenchel und jede Menge Gurken.

gartengarten2fenchel28.10.09 021

Weil es so viele Gurken sind, machen wir welche als „Dillhappen“ in Gläsern ein. Davor hatten wir viel Rettich, davon haben wir auch eingemacht.

rettich und gurken

Im Winter haben wir aus den Bitterorangen, die es hier ja in rauen Mengen gibt; Sirup eingekocht. Der wird dann mit Wasser verdünnt getrunken.

apepusirup

Bald sind nun wieder die Guayabas (im deutschen bekannt als Guave) reif. Kleine runde, gelbe „Äpfelchen“ mit rosarotem Fruchtfleisch und vielen Kernen. Die werde ich dann wieder zu Marmelade einkochen. Ein Teil der Früchte friere ich auch immer noch ein. So kann ich das ganze Jahr über immer wieder frische Marmelade zubereiten und muss nicht alle auf einmal machen!

guayabamarmelade

Unser Brot machen wir auch selbst. Es gibt hier sogar Bio-Vollkornweizen und Vollkornroggenmehl zu kaufen. Ich backe das Brot im Brotbackautomaten, das geht schnell und macht wenig Arbeit. Mein Mann backt gerne „von Hand“. Also mit Teig gehen lassen und wieder kneten usw. Auch richtiges Schwarzbrot und Sauerteigbrot bekommt er lecker hin.

brot